PIPE 2

Mit PIPE 2 startete die Weiterentwicklung unseres ersten Prototypen PIPE. Der Start, welcher in der Nähe von Darmstadt stattfand, ermöglicht es uns, langfristig innerhalb von Hessen studentische Raketen zu starten. Die Organisation des Startes hat in Kooperation mit TUDSaT e.V. stattgefunden.

Wie bereits erwähnt war PIPE 2 ein Zertifizierungsflug für einen Raketenstartplatz in Hessen und bietet uns einen logistisch deutlich vereinfachten Startablauf. Aufgrund der Nähe zum Frankfurter Flughafen war die Flughöhe jedoch auf etwas unter 400 m begrenzt sein.

Das Format der Rakete mit einem Durchmesser von 10,5 cm und einer Länge von 1,7 m erinnert stark an PIPE und baut auf dessen Erkenntnissen auf. Die gesamte Innenstruktur ist von Grund auf neu designt und wird als ein großes Segment im Raketenkörper montiert. Dabei wird auf die selben Innenringe wie bei PIPE vertraut, aber beispielsweise das Kabelmanagement und der Einbau massiv verbessert.

PIPE 2 verwendet zudem den gleichen Motor wie PIPE und besitzt ein kleines Nutzlastsegment für einen CanSat. Durch den verfolgten Ansatz konnten wir unter geringen Kosten eine deutlich verbesserte Version von PIPE entwickeln und diese hoffentlich bald starten.

Innenstruktur von PIPE 2

Ein erster Startversuch im Dezember 2025 ist an dichtem Nebel vor Ort gescheitert, wobei aus technischer Sicht alles Flugbereit war. Der zweite Startversuch im April 2026 war ein Teilerfolg. Es wurde eine Flughöhe von 358 m erreicht, jedoch hat ein Teil des mehrstufigen Fallschirmsystems versagt. Trotz einer harten Landung hat die Rakete mit minimalem Schaden überlebt.

Aktuelles Projekt ARCHER

Das übergeordnete Ziel der Raketen unserer ARCHER Serie (Aerial Rocket for Competitions and High-altitude Experimental Rocketry) ist die Teilnahme an der European Rocketry Challenge (EuRoC) mit einer zweistufigen Höhenforschungsrakete. Für diese Raketen bleiben wir zunächst dabei, für den Antrieb Feststoffmotoren zu verwenden, da die Entwicklung des Entkopplerkonzeptes und das Hochskalieren der restlichen Systeme im Vordergrund stehen soll und das Zünden der zweiten Stufe während dem Flug so vereinfacht wird.

Da der Schritt zwischen den bisherigen PIPE Raketen und der ARCHER Serie für uns trotzdem enorm ist, läuft die Entwicklung in Schritten ab.

ARCHER Mk. I

ARCHER MK2 ist die Rakete, die wir 2027 bei EuRoC in der Kategorie bis 9000 m starten wollen. Sie bildet zunächst das Ziel der ARCHER Serie. Sie ist vollständig zweistufig, mit zwei eigenständig funktionierenden Stufen, welche jeweils durch ein zweistufiges Fallschirmsystem weich landen.

Beide Stufen werden jeweils von einem grunderneuerten Bordcomputer gesteuert und nehmen über zahlreiche Sensoren die Flugdaten auf. Über die selbst entwickelte Telemetrieeinheit und Bodenstation wird über den gesamten Flugverlauf mit der Rakete kommuniziert. Auch untereinander kommunizieren die Bordcomputer, damit das Abtrennen der Stufen und Neu-Zünden der Motoren problemlos stattfinden kann.

Mit einer Länge von 5,5 m sprengt ARCHER MK2 die bisherigen Dimensionen der PIPE Raketen und ist signifikanten, aerodynamischen Kräften ausgesetzt. Die Struktur skaliert dementsprechend auf einen Durchmesser von 20 cm mit. Bei den ARCHER Raketen vertrauen wir auf eine Segmentbauweise, bei dem jede Funktionsgruppe in einem eigenen Segment lebt. Diese bringt viele Vorteile mit sich.

Zum einen führt dies dazu, dass die Körperrohre aus CFK auf der eigenen Wickelmaschine gefertigt werden können, weiterhin können die unterschiedlichen Arbeitsgruppen durch die Modularität, ihre Segmente weitestgehend getrennt voneinander Entwickeln, wobei die Grundstruktur und Kabelführung zentral vorgegeben wird und zuletzt erleichtert dies den Transport der Rakete erheblich.

Die beiden Raketenstufen werden durch den pneumatischen Entkoppler voneinander getrennt, sodass die zweite Stufe mit einer erneuten Zündung des Motors weiter aufsteigen kann. Zahlreiche Sicherheitsfunktionen verhindern ein vorzeitiges Entkoppeln der Stufen oder ein vorzeitiges Zünden der zweiten Stufe. Beide Szenarien würden zum Missionsverlust führen. Der Entkoppler ist also von elementarer Bedeutung für den Missionserfolg.

Die einzelnen Funktionen der Subsysteme werden im Bereich „Über uns“ näher erläutert.

ARCHER Mk. II

ARCHER MK1 ist die aktuelle Entwicklungsstufe und soll die grundsätzliche Funktionsweise des Gesamtsystems demonstrieren. Der kritische Unterschied zu ARCHER MK2 liegt darin, dass die Rakete zunächst einstufig ist. In dieser Version ist die Teilnahme an EuRoC 2026 mit einer Flughöhe von 3000 m geplant und auch das so wichtige Entkopplersystem soll bereits getestet werden. Allerdings trennen sich nicht zwei Stufen, sondern lediglich das Motorsegment vom restlichen Raketenkörper. Durch ein Haltesystem aus Drahtseilen und Linearführungen bleiben beide bis zur Landung in Verbindung. So kann die Funktionalität im Flug demonstriert werden, ohne tatsächlich Stufen zu trennen.

Ansonsten besitzt ARCHER MK1 die gleichen Flugsysteme wie MK2 und kann durch geringe Modifikationen in die Oberstufe des Nachfolgers umgewandelt werden. Durch diesen Zwischenschritt ermöglichen wir die realistische Umsetzung des ambitionierten Projekts, indem wir die Kosten und Komplexität reduzieren, aber weiterhin an innovativen Konzepten arbeiten.

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